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Re: [luga] UID GID Frage






> > Das ist ein Widerspruch in sich: Du willst dafür sorgen, dass in Deinem
> Netzwerk bestimmte, von Dir festgelegte Regeln gelten (d.h., es
> verwalten), aber es soll ein "nicht verwaltetes" Netzwerk bleiben.

Mit "konsistent halten" meinte ich einen Automatismus wie z.B. das erstellen von
UIDs und GIDs über Hashwerte.



> > Wie sorgst Du in einem nicht verwalteten Netzwerk dafür, dass dieses
> erweiterte useradd und groupadd überall installiert ist?
> 

Die Idee wäre dass Linux-Distros so ein useradd und groupadd schon
vorinstalliert mitbringen. Bis so eine Idee in die Distros einfließen kann ist
es natürlich ein langer Weg. Ich wollte einfach mal von ein paar Linux Experten
wissen was grundsätzlich gegen die Idee spricht, bzw. ob es vielleicht eh schon
eine bessere Lösung gibt. Die aktuelle Situation finde ich sehr unbefriedigend
weil immer etwas Handarbeit notwendig ist.


> Du hast ein Heimnetzwerk mit 280000 Benutzern? Das nenne ich eine
> Großfamilie ;-).
> 

Nein das war nur als Test gedacht, um festzustellen wie hoch die
Wahrscheinlichkeit eines Konfliktes in einem kleinen Heimnetzwerk sein wird.
Die Liste mit den 280000 Nutzernamen habe ich mir vom Internet besorgt.

> Du gehst offenbar davon aus, dass die Benutzer-und Gruppennamen unique
> sind. Wie willst Du das ohne Verwaltung erreichen? Wenn Du Menschen ihre
> Usernamen selbst frei wählen lässt, dann werden viele ihren Vornamen
> oder Nachnamen oder ihre Initialen nehmen. Da wirst Du den ersten
> Konflikt haben, lange bevor Du 280000 Benutzer hast (als jemand, der
> Ende der 60er-Jahre den Vornamen "Peter" bekommen hat, kann ich ein Lied
> davon singen). Wenn Du eindeutige Usernamen haben willst, wirst Du schon
> mal um eine Art Verwaltung nicht herumkommen (und wenn die nur daraus
> besteht, dass man die Mitbewohner fragt, ob der Name noch frei ist).
> 

Die Zielgruppe für diese Funktionalität sind für mich eher Familien. Für Euch
Linux Experten mag es wohl unverständlich sein wenn es in der Familie niemanden
gibt der sich mich LDAP, Linux UIDs und GIDs auskennt. Und in der Vergangenheit
hat das Problem auch nicht eine so große Rolle gespielt, weil sich mit Linux
eher die Leute beschäftigt haben die sich mit Computer relativ gut auskennen.
Aber wenn Linux nun in Zukunft doch eine größere Benutzerbasis bekommen sollte,
dann kann man davon ausgehen dass immer mehr Leute zu dieser Gruppe gehören die
sich nicht besonders gut mit Computer auskennen und auch nicht das Interesse
haben sich dieses Wissen mühsam anzueignen.

Ich höre oft von Leuten die ich versuche zu überzeugen dass sie von Windows auf
Linux umsteigen sollen, dass Linux zu kompliziert ist. Und in der Tat gibt es so
manche grundlegende Anwendungsfälle die für Leute mit wenig Computerwissen ein
echtes Problem darstellen.

Neben dem Problem mit UIDs und GIDs fällt mir auch noch das Sharing von Dateien
auf einem Computer ein. Mit dem Sharing meine ich jetzt das Teilen von Dateien
auf ein und demselben PC zwischen mehreren Benutzern.
Beispiel: Auf einem Familien-PC werden Urlaubsbilder gespeichert. Dateisystem
ist EXT4. Per Default bekommen die Dateien UID und GID vom Benutzer der die
Dateien auf den PC spielt. Die Zugriffsrechte werden entsprechend so gesetzt
dass andere Benutzer NICHT darauf zugreifen können. Zumindest nicht schreibend.
Echt ärgerlich sowas.
Es gibt dafür eine einfache Lösung: Einen Ordner mit einer eigenen Sharing-
Gruppe anlegen, und das Group-Sticky Bit setzen. Alle Benutzer sind Mitglied bei
dieser Gruppe. Eigentlich einfach, nur: Ein einfacher User kann so etwas niemals
einrichten. Dem fehlt dafür einfach das Wissen.
Eine alternative Lösung wäre noch FAT zu verwenden, aber dann verliert man
sämtliche Metadaten.
Wenn nun die Linux-Distros diese gerade beschriebene Lösung vorinstallieren
würden dann hätten viele Benutzer schonmal ein Problem weniger.

Oder ein anderes Problem: Beim Installieren von Linux fragt der Installer ob man
verschlüsselte Home-Verzeichnisse haben will. Bestätige ich mit ja, dann wird
das Home für den ersten Benutzer verschlüsselt eingerichtet. Aber für alle
folgenden Benutzer muss ich die Konsole bemühen, um verschlüsselte Home-
Verzeichnisse anlegen zu können. Irgendwie verwirrend und total blöd.

LG, Martin




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Oktober 2016